CampusGrün Hamburg

Zeitung (SoSe 2010)

Liebe KommilitonInnen,

bereits zum zweiten Mal erscheint im Sommersemester diese Zeitung, in welcher CampusGrün Hamburg gemeinsam mit dem Campusgrün Bundesverband lokale und bundesweite Themen und Standpunkte aufbereitet. Kontinuierlich arbeiten wir mit PartnerInnen daran, dass grüne Themen stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung geraten und ein Umdenken in Gesellschaft und Hochschule erfolgt.

In der vorliegenden Ausgabe wollen wir den Leitartikel der immer stärkeren Digitalisierung des Alltags und ihren Folgen für den Datenschutz widmen. Dieses Thema werden wir in Hinblick auf Universitäten in unserer Zeitung erschließen.

Es sind Beträge weiterhin zum Umwelt -und Klimaschutz enthalten. Einerseits legen wir ein Schlaglicht auf die Klimakonferenz in Kopenhagen und andererseits wird Nachhaltigkeit in der Universität ins Zentrum gerückt.

Mit dem Bildungsstreik im letzten Jahr und den Audimax Besetzungen haben Studierende erneut zum Ausdruck gebracht, dass Studienbedingungen und Studienstrukturen in der jetzigen Form oftmals nicht tragbar sind. Daher wird dieser Protest noch einmal reflektiert. Wurden letztes Jahr in Politik und Gesellschaft die Ohren und Herzen für unsere Sache geöffnet, heißt es dieses Jahr am Ball zu bleiben und Taten folgen zu lassen! Unsere Position ist dabei klar: Das Studium muss sich an den Studierenden orientieren.

Hamburg hat einen neuen Universitätspräsidenten: Dieter Lenzen. Er übernimmt die Leitung einer Universität, dessen innere Organisation und Kompetenzverteilung im Hamburger Hochschulgesetz neu geregelt werden soll. Diesem komplexen Thema hat sich CampusGrün Hamburg angenommen und leicht verständlich aufbereitet.

Zum Abschluss wollen wir auf einen Artikel über die Hamburger Schulreform aufmerksam machen. Die schwarz-grüne Regierung in Hamburg hat in der Bürgerschaft ein Gesetz eingebracht, welches das Schulsystem in Hamburg auf neue Füße stellt und wogegen sich Widerstand formiert hat. Wir wollen dies zum Anlass nehmen auf die Reform eine vergleichende Perspektive einzunehmen und die Bedeutung für die Universität zu skizzieren.

Es bleibt uns noch viel Spaß bei der Lektüre zu wünschen.

CampusGrün Hamburg

Arne Köhn
Datenschutz - Immer die Kontrolle behalten

Mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft und somit auch der Hochschulen hat die Menge der gespeicherten Daten drastisch zugenommen. Große Teile des Studiums werden digital verwaltet. Diese Digitalisierung fällt mit der Einführung der Ba/Ma-Studiengänge zusammen, welche einen erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich bringen. Im Zuge dieser Reform wird den Studierenden zum Teil nicht mehr zugetraut, dass sie an der Uni etwas lernen möchten und deshalb der “Lernfortschritt” immer kleinteiliger überprüft wird. Dies wird durch zentral vorliegende Daten deutlich erleichtert.

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Ingo Balzereit
Schulreform in Hamburg und ihre Bedeutung für Universität
Die Schulverbesserer

Die angestrebte Schulreform in Hamburg stößt auf Widerstand. Die Initiative „Wir wollen lernen!“ veranlasste ein erfolgreiches Volksbegehren gegen die Reformpläne der schwarz-grünen Regierung. Bevor es zu einem rechtsverbindlichen Volksentscheid in der Hansestadt kommt, wollten Regierung und Initiative sich um eine Kompromisslösung bemühen. Doch Anfang Februar scheiterte die sechste Verhandlungsrunde an dem Widerstand der Initiative. Beide Seiten bereiten sich ende Februar auf den Volksentscheid vor und werben für ihre Position. Es wird in diesem Sommer in der Hansestadt um nichts weniger als eine Richtungsentscheidung in der schulischen Bildung gehen.

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Randall Munroe
Lego

Lego von Randall Munroe

xkcd © Randall Munroe; Übersetzung © Peter Schlömer. Freigegeben unter der Lizenz CC-by-nc-2.5.

Martin Burmester
Evaluation des Hochschulgesetzes - was bisher geschah

Unter dem Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) hat der Senat eine Kommission unter Leitung des Altbürgermeisters Klaus von Dohnanyi (SPD) beauftragt, Empfehlungen für eine Strukturreform der Hamburger Hochschulen zu erarbeiten. Ergebnis davon war das „Hochschulmodernisierungsgesetz“ (2003), welches die Organisationsstrukturen der Hamburger Hochschulen grundlegend umkrempelte. Die 18 Fachbereiche der Universität wurden zu sechs Fakultäten zusammengefasst. Unterhalb der Fakultätsebene dürfen seitdem „... keine nach Gruppen zusammengesetzten Selbstverwaltungsgremien gewählt [werden].“ (§ 92 HmbHG). Konkret bedeutet das, dass StudierendenvertreterInnen zwar im Fakultätsrat sitzen, es darunter (also in den Fächern) kein Mitspracherecht der Studierenden existiert. Das hat zur Folge, dass in einigen Fächern Studierende gar nicht mehr an der Gestaltung und Weiterentwicklung ihrer Studiengänge beteiligt wurden. Im Fakultätsrat werden Studiengänge oftmals von der Professorenmehrheit bloß durchgewinkt, da man dort weder die Zeit noch die Fachkompetenz hatte, sich z.B. mit Einwänden von studentischer Seite gegen die Gestaltung einzelner Module zu beschäftigen.

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Jan-Peter Jannack
COPERNICUS Nachhaltigkeit in der Universität und im Denken

Batsch, wieder ein Schneeball an der Backe! Und das erste Mal seit 13 Jahren konnte man in diesem Winter wieder über die Alster wandern. Unser kleines Alstervergnügen! Lange hatte es in Deutschland keinen so kalten Winter gegeben. Doch das darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die globale Klimakrise in vollem Gange ist! Auch wenn man bei uns bisher keine dramatischen Konsequenzen spürt, wird sich die unbedachte Lebensweise großer Teile der Menschheit auf unsere Umwelt auswirken. Ein rasches Umdenken ist notwendig, wenn wir diese Auswirkungen in einem erträglichen Rahmen halten wollen. Es gilt, sich nachhaltig für den Schutz der Umwelt einzusetzen und den Menschen als Teil eines Ganzen zu erkennen. Es gilt, die Perspektive zu wechseln. Aber die Umweltdebatte ist nichts Neues.

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