CampusGrün Hamburg

Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

Der SPD-Senat hat heute seinen Entwurf für ein neues Hamburgisches Hochschulgesetz (HmbHG) veröffentlicht. Trotz zweijähriger Arbeit und vollmundigen Versprechungen bleibt der Entwurf weit hinter den Erwartungen zurück.

Einige gute Neuerungen gibt es in dem Entwurf zwar, sie werden aber durch andere zunichte gemacht. So sollen in Zukunft der oder die Präsident*in vom Hochschulsenat, also der Uni selbst, gewählt werden und auch die Dekanate werden von ihrer eigenen Fakultät gewählt. Allerdings behält der undemokratische externe Hochschulrat ein Mitspracherecht bei der Präsident*innenwahl – und der oder die Präsident*in hat starken Einfluss bei der Dekanatswahl. Gremien auf unteren Uni-Ebenen werden wieder zugelassen, allerdings können nicht alle von ihnen Entscheidungen treffen.

Tatjana Witzgall, Vorstandsmitglied von CampusGrün: „Die Senatorin hat es durchblicken lassen: Sie hat den Entwurf eng mit den Uni-Präsidenten abgesprochen. Das merkt man ihm auch deutlich an – ihre Befugnisse wurden extrem ausgeweitet und ihre Macht vergrößert. Das widerspricht dem Vorhaben, die Demokratie an den Hochschulen zu stärken!“

Martin Riecke von CampusGrün ergänzt: „Der Gesetzesentwurf ist inkonsequent und greift zu kurz. Einerseits wird der Hochschulsenat in seiner Macht bei der Präsidiumswahl eingeschränkt, anderseits erhält er Finanzkompetenzen. Einerseits gibt es jetzt Wahlen für Dekanate, anderseits kann der oder die Präsident*in beeinflussen, wie viele Mitglieder die Findungskommission hat. Einerseits gibt es eine Geschlechterquote, anderseits beträgt diese bloß 40%, nicht 50%. Diese Vorschläge der Senatorin sind enttäuschend – es ist unverständlich, wieso dieser schwache Vorschlag zwei Jahre auf sich warten ließ!

Aus Sicht der Studierenden gibt es wenig Gutes im Gesetzesentwurf. Miriam Block, Vorsitzende von CampusGrün: „Immerhin kann es nun mehr Prüfungsversuche geben. Es ist aber ein Skandal, dass einige Prüfungen nur gegen Gebühr wiederholt werden sollen. Sollen sich Studierende bessere Noten also kaufen können? Außerdem stellt der Gesetzesentwurf noch nicht einmal sicher, dass Studierende in den Findungskommissionen beteiligt sind. Im schlimmsten Fall können wir nur noch die Auswahl der anderen abnicken.“

CampusGrün fordert den SPD-Senat auf, Nachbesserungen vorzunehmen. Wer Demokratie an den Hochschulen stärken will, muss dies konsequent tun. Wer Prüfungswiederholungen einführt, darf sie nicht an Gebühren koppeln – und wer auf die Mitbestimmung der Hochschulen setzt, darf nicht nur die Präsidenten am Verfahren beteiligen!

Hamburger Netze in Hamburger Hand - Wie und Warum?

Wann? Mittwoch 19.06.13 18.30 Uhr
Wo? Audimax II
Wer? Willi Voigt & Wiebke Hansen

Hamburger Netze in Hamburger Hand - Wie und Warum?

Du kannst mitbestimmen – am 22. September beim Volksentscheid über den Rückkauf der Energienetze. Aber warum sollte die Stadt überhaupt so viel Geld ausgeben? Wie wäre das denn umsetzbar? Und was habe ich damit zu tun? In der Stadt gibt es eine heiße Diskussion um die vollständige Übernahme der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze. Daran wollen wir auf dem Campus anknüpfen.

CampusGrün lädt ein zu Information und Diskussion über die Machbarkeit und Chancen einer Netzübernahme in Hamburg.

Vegane Aktionswoche

Heute startet die vegane Aktionswoche (3.-7.6.) in der Philosophenturm-Mensa. CampusGrün ruft dazu auf, an dieser Woche teilzunehmen und leckere vegane Gerichte zu entdecken. Viele Studierende ernähren sich vegan - also ohne Fleisch und tierische Produkte. Die Gründe dafür sind vielfältig - bessere CO2 Bilanz, weniger Wasserverbrauch und Tierquälerei verhindern sind nur einige davon. Das Studierendenwerk passt sich immer besser den Vorlieben der Studierenden an. Neben einer verbesserten Kennzeichnung der Speisen, entsteht langsam ein veganes Essensangebot. Seit der veganen Testwoche im Sommer 2012 gibt es in den Mensen des Hauptcampuses ab und zu vegane Gerichte.

Falafeln mit Soja-Knoblauch-Dip dazu Gemüse-Bulgur

"Im letzten Jahr verfolgte das Studierendenwerk bereits einen guten Ansatz. So selten reicht uns das Angebot aber nicht. Wir freuen uns sehr über die Initiative der Philo-Mensa neue vegane Rezepte auszuprobieren", so Tatjana Witzgall, Veganerin und Mitglied von CampusGrün. Uns erwarten jede Menge leckere Gerichte, wie z.B. Soja-Gulasch „Ungarische Art“ mit Paprika, Soja-Braten „Mediterran“, feuriges Gemüse-Bulgur, Soja-Schnetzel mit Gemüse in Curry-Nuss-Soße und eine Pasta-Pfanne mit Sojastreifen, Walnüssen und buntem Gemüse. In dieser Woche wird es aber nicht nur Hauptgerichte geben, sondern auch vegane Suppen und sogar Nachtische.

Miriam Block, Vorsitzende der Hochschulgruppe CampusGrün, dazu: „In anderen Städten ist es bereits Gang und Gebe, dass es täglich vegane Angebote gibt. Das wollen wir hier in Hamburg auch. Allen Studierenden sollte es möglich sein, das Mensaangebot zu nutzen, zumal ja auch alle von uns das Studierendenwerk mit dem Semesterbeitrag subventionieren.“

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