CampusGrün Hamburg

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Gescheiterte Demut: Auweter-Kurtz aufgefordert zu gehen

Die Wissenschaftsbehörde hat am Freitag bekannt gegeben, dass der umstrittenen Präsidentin der Universität Hamburg, Monika Auweter-Kurtz ein „Angebot unterbreitet wurde, ihren Vertrag im wechselseitigen Einvernehmen aufzulösen.“ Damit reagiert Wissenschaftssenatorin Gundelach (CDU) auf die intensiven Proteste gegen die Präsidentin, die sich in den vergangenen Wochen zugespitzt haben. Auf Spiegel Online heißt es indes, dass sich Mitglieder des AStAs aus der vergangenen Legislatur hinter die umstrittene Uni-Präsidentin stellen. Sie sehen in dem Bestreben der Absetzung eine unzulässige Personalisierung.

Uni Präsidentin Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz (Quelle: FSR Erzwiss)

(Quelle: FSR Erzwiss)

Auch das höchste direkt gewählte Gremium der Verfassten Studierendenschaft der Universität Hamburg, das Studierendenparlament (StuPa), hat sich in der vergangenen Nacht mit dem Antrag befasst, die Universitätspräsidentin zum Rücktritt aufzufordern. Obwohl dieser aufgrund von formalen Spitzfindigkeiten seitens des mehrheitlich von AStA Listen besetzten StuPa-Präsidiums verhindert wurde, sprach sich die Mehrheit der Parlamentarier mit einer Unterschriftenliste gegen die Präsidentin aus.

Bei der Mehrheit der Studierenden - im Gegensatz zum amtierenden AStA - hat Auweter-Kurtz schon lange das Vertrauen verloren. CampusGrün begrüßt die Entscheidung der Wissenschaftsbehörde und erwartet von eineR NachfolgerIn, dass in Zukunft Reformprozesse unter der demokratischen Beteiligung der Universitätsangehörigen betrieben werden.

CampusGrün unterstützt den Bundesweiten Bildungsstreik 2009
Bundesweiter Bildungsstreik 15. - 19. Juni

Update (1. Juli): Un­ter­la­gen zum Bil­dungs­se­mi­nar jetzt online
Update (19. Juni): Pres­se­mittei­lung zum Ab­schluss des Bil­dungs­streiks

In der Schule und Hochschule regt sich Protest gegen Kürzungen im Bildungswesen, zunehmenden Leistungs- und Prüfungsdruck durch die Einführung des G8 in den Schulen und die Bachelor/Master Studiengänge in den Hochschulen. Schüler_innen und Studierende werden unter ganz erheblichen Lernstress gesetzt. Sowohl das Büchergeld in als auch Studiengebühren belasten und werfen die Frage auf, welchen Stellenwert Bildung in der Gesellschaft hat. Ist es ein Grundrecht oder eine Ware, für die die Gesetze des Marktes gelten?

Brand aktuell spricht "Die Zeit" vom Ende der Ära Auweter-Kurtz, die durch ihren hierarchischen Führungsstil die Diskussion um eine demokratisch organisierte Universität neu unfreiwillig entflammt hat.

CampusGrün ruft vor diesem Hintergrund zur gewaltfreien Teilnahme am Bildungsstreik und zu der zentralen Demonstration am Mittwoch auf.

Folgende Veranstaltungen werden von CampusGrün im Rahmen des Bildungsstreiks angeboten:

Filmvorführung: "Nuking the Climate" (16. Juni 2009)

Veranstaltung: Demokratie an der Hochschule (18. Juni 2009)

Seminar: "Wie-weißt-Du-was-Du-weißt?" (18. Juni 2009)

Weitere Infos und Termine gibt es unter www.bildungsstreik-hh.de und bs.risiko09.de.

Macht mit und beteiligt Euch am Bildungsstreik 2009

Quo vadis Uni Hamburg?

Die Universität Hamburg und die ganze Stadt dis­ku­tier­en zurzeit über die Studie zur bau­lichen Ent­wick­lung der Uni­versi­tät. Die Studie suggeriert, dass nur ein Umzug der gesamten Uni auf den Kleinen Grasbrook "ideale Bedingungen für Forschung und Lehre" und die entsprechende "Signalwirkung an die internationale und nationale Wissenschaftscommunity" liefert. Die Stadt erhofft sich mit dem Sprung über die Elbe eine Aufwertung der Stadtteile Wilhelmsburg und Veddel. Knapp 2 Milliarden Euro soll die Stadt dafür aufbringen. In der öffentlichen Diskussion wird befürchtet, dass – siehe Elbphilharmonie – die Kosten explodieren würden und dass sich auf dem Grasbrook das Idealbild einer stadtteilintegriertern Universität nicht verwirklichen lässt. Es entstünde ein lebloser Campus, zu dem man zu den Vorlesungen hin- und anschließend so schnell wie möglich nach Hause fährt. Schließlich befürchten die Eimsbütteler GAL-Politiker katastrophale Auswirkungen auf das Quartier, wo von der Uni nur ein Kongress- und Weiterbildungszentrum verbleibt. Die restlichen Flächen würden zur Wohn- und Gewerbebebauung veräußert.

Kleiner Grasbrook heute - Blick auf die Elbbrücken

Obwohl die stadt­ent­wick­lungs­politischen Aus­wir­kun­gen der Pla­nung­en gi­gan­tisch sind, stehen aus wissen­schafts­po­li­tischer Sicht natürlich die An­for­der­ungen der Universität im Vordergrund. Doch was sind die Ent­wick­lungs­ziele der Uni? Universitätspräsidentin Monika Auweter-Kurtz träumt von Exzellenz in der Forschung – die Uni Hamburg soll in wenigen Jahrzehnten zur europäischen Spitze gehören, damit einher geht ein erhöhtes Drittmittelaufkommen und entsprechender Flächenmehrbedarf. Doch ist das ein realistisches Ziel? Eigentlich müsste der Debatte um die bauliche Entwicklung eine Debatte um die inhaltliche Entwicklung vorangehen. Und dann stellt sich die Frage, ob die Stadt bereit ist, auch für Bildung Milliarden auszugeben, nicht nur für Beton.

Unbestritten ist, dass auch für die Lehre mehr Flächen benötigt werden. Durch doppelte Abiturjahrgänge und geburtenstarke Jahrgänge wird es in den kommenden Jahren mehr Studienberechtigte geben, doch die Pläne sehen nicht mehr Studienplätze vor. Dafür müsste zudem in Lehrpersonal investiert werden, denn WissenschaftlerInnen, die aus Drittmitteln bezahlt werden, haben keine Lehrverpflichtung. Hinzu kommt, dass ein Umzug frühestens 2019 vollzogen würde, wenn das Studierendenhoch längst vorbei ist. CliSAP, das einzige Exzellenzcluster, das Hamburg im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes bekommen hat, hat bisher kein Gebäude und würde auch vor Ende der Förderungsdauer keins bekommen. Die Informatik würde bis 2019 in Stellingen bleiben, abgeschieden vom Rest der Universität. Bei einem Verbleib in Eimsbüttel jedoch könnte die Innensanierung des Philosophenturms aus Mitteln des Konjunkturpaktes bezahlt werden, aber nur wenn Ende 2009 die Planung abgeschlossen ist.

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